Der NFL Draft: eine ausführliche Erklärung

Am nächsten Donnerstag ist es wieder einmal so weit: Der NFL Draft beginnt in Chicago mit der ersten Runde. Am Freitag folgen die zweite und dritte Runde, bevor am Samstag die restlichen Spieler bis zum Ende der siebten Runde auf die Teams verteilt werden.

Jedes Jahr verlassen zahlreiche Football Talente das College und sind somit für die NFL Teams verfügbar, doch anders als in Europa, wo man gerade im Fußball stark an einen Verein gebunden ist, haben die jungen Nachwuchsspieler im Football nur wenige Möglichkeiten, sich ihr eigenes, neues Team auszusuchen. Das schlechteste Team der NFL Saison des Vorjahres darf zuerst wählen, anschließend das zweitschlechteste und so weiter und so fort, bis am Ende alle 32 Teams einen Spieler gewählt haben. Dann geht das Ganze wieder von vorne los.

Dieses Jahr gibt es übrigens nur 31 „Picks“ in der ersten Runde, da die New England Patriots von der NFL bestraft wurden und keine Möglichkeit besitzen, einen Spieler in der ersten Runde zu draften.

So sah die Rangliste nach der letzten Saison aus:

1 Tennessee Titans 3–13 .492
2 Cleveland Browns 3–13 .531
3 San Diego Chargers 4–12 .527
4 Dallas Cowboys 4–12 .531
5 Jacksonville Jaguars 5–11 .473
6 Baltimore Ravens 5–11 .508
7 San Francisco 49ers 5–11 .539
8 Miami Dolphins 6–10 .469
9 Tampa Bay Buccaneers 6–10 .484
10 New York Giants 6–10 .500
11 Chicago Bears 6–10 .547
12 New Orleans Saints 7–9 .504
13 Philadelphia Eagles 7–9 .508
14 Oakland Raiders 7–9 .512
15 Los Angeles Rams 7–9 .527
16 Detroit Lions 7–9 .535
17 Atlanta Falcons 8–8 .480
18 Indianapolis Colts 8–8 .500
19 Buffalo Bills 8–8 .508
20 New York Jets 10–6 .441
21 Washington Redskins 9–7 .465
22 Houston Texans 9–7 .496
23 Minnesota Vikings 11–5 .504
24 Cincinnati Bengals 12–4 .477
25 Pittsburgh Steelers 10–6 .504
26 Seattle Seahawks 10–6 .520
27 Green Bay Packers 10–6 .531
28 Kansas City Chiefs 11–5 .496
29 Arizona Cardinals 13–3 .477
30 Carolina Panthers 15–1 .441
31 Denver Broncos 12–4 .500

(Hinter der Bilanz findet Ihr übrigens die sogenannte Stärke des Spielplans. Sie entscheidet, welches Team schlechter oder besser war, wenn beide gleich viele Spiele gewonnen oder verloren haben. Je schlechter die Gegner, desto höher der Pick. Die totale Zahl sagt aus, wie viel Prozent der Spiele die Gegner in der gesamten letzten Saison gewonnen haben.)

Viel Bewegung

Diese Reihenfolge ist aber nicht in Stein gemeißelt, was die Teams in den letzten Wochen wieder eindrucksvoll bewiesen haben. Den Anfang machten die Philadelphia Eagles, als sie die beiden Stars Byron Maxwell und Kiko Alonso nach Miami schickten und dafür von 13 auf 8 kletterten. Die Dolphins rutschten im Gegenzug fünf Plätze zurück. Vor wenigen Tagen kam es dann zum spektakulären Trade der LA Rams, die von 15 auf 1 springen konnten, dafür aber etliche Picks in der Zukunft mitsamt ihrem eigenen Pick nach Tennessee schicken mussten. Die Eagles wollten dem in nichts nachstehen und schickten ihrerseits wiederum zahlreiche Picks nach Cleveland, um auf Platz 2 zu gelangen. Nun sieht die Reihenfolge für den Donnerstag so aus (hier kann es aber natürlich weiter zu Änderungen kommen):

NFL Draft Reihenfolge

1 Los Angeles Rams 7–9 .527
2 Philadelphia Eagles 7–9 .508
3 San Diego Chargers 4–12 .527
4 Dallas Cowboys 4–12 .531
5 Jacksonville Jaguars 5–11 .473
6 Baltimore Ravens 5–11 .508
7 San Francisco 49ers 5–11 .539
8 Cleveland Browns 3–13 .531
9 Tampa Bay Buccaneers 6–10 .484
10 New York Giants 6–10 .500
11 Chicago Bears 6–10 .547
12 New Orleans Saints 7–9 .504
13 Miami Dolphins 6–10 .469
14 Oakland Raiders 7–9 .512
15 Tennessee Titans 3–13 .492
16 Detroit Lions 7–9 .535
17 Atlanta Falcons 8–8 .480
18 Indianapolis Colts 8–8 .500
19 Buffalo Bills 8–8 .508
20 New York Jets 10–6 .441
21 Washington Redskins 9–7 .465
22 Houston Texans 9–7 .496
23 Minnesota Vikings 11–5 .504
24 Cincinnati Bengals 12–4 .477
25 Pittsburgh Steelers 10–6 .504
26 Seattle Seahawks 10–6 .520
27 Green Bay Packers 10–6 .531
28 Kansas City Chiefs 11–5 .496
29 Arizona Cardinals 13–3 .477
30 Carolina Panthers 15–1 .441
31 Denver Broncos 12–4 .500

Jahr für Jahr entsteht ein unglaublicher Hype um die jungen Athleten aus dem College und nicht immer konnten sie diesem gerecht werden. NFL Scouts sprechen beispielsweise bei der Wahl eines Quarterbacks in der ersten Runde von einer 50%igen Wahrscheinlichkeit, dass der Spieler es in der NFL schaffen wird. Nun erscheint der Preis der LA Rams und der Philadelphia Eagles gleich noch viel höher…

Rückblick auf den NFL Draft

Ein bekanntes Beispiel ist hierfür der NFL Draft von 1998: Zurückblickend machten die Indianapolis Colts alles richtig, als sie sich für Peyton Manning entschieden. Manning brach zahlreiche Rekorde, gewann zwei Super Bowls und übererfüllte alle Erwartungen, doch sicher waren sich die Scouts nicht, denn Manning war nicht der einzige Quarterback mit großen Hoffnungen in seinem Jahrgang. Ryan Leaf hatte deutlich bessere Anlagen, war athletischer und galt für viele Scouts als bessere Nummer 1. Er wurde von den Chargers mit dem zweiten Pick gedraftet und legte anschließend eine gnadenlose Bruchlandung hin. Er spielte nur zwei Jahre in San Diego und war bereits 2002 wieder aus der NFL verschwunden.

Hier ein Blick auf die beiden Quarterbacks, die 1998 an 1 und 2 gedraftet wurden:

Touchdowns Interceptions Spiele Yards Passer Rating
Peyton Manning 539 251 266 71.940 96.5
Ryan Leaf 14 36 25 3.666 50.0

Ziemlich deutlich der Unterschied, dafür dass es keinen klaren Favoriten zwischen den beiden gab… Auch dieses Jahr werden sehr wahrscheinlich wieder zwei Quarterback an 1 und 2 gedraftet werden, Jared Goff und Carson Wentz, die wir euch vor dem NFL Draft hier noch genauer vorstellen werden! Über weitere Updates werdet Ihr natürlich auch hier informiert!

 

Bildquelle: bleedinggreennation.com

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